Zeit einmal inne zu halten…

In zehn Tagen starten wir unsere Tour in Augsburg. Wir sind bereit und freuen uns auf die Tour. Aufgrund der Ereignisse der letzten beiden Tage wollen wir aber doch einmal innehalten und über den Sinn und Zweck unserer Tour nachdenken.

Was ist passiert?

Bislang haben wir unsere Tour, unsere Homepage und Facebook-Seite in erster Linie innerhalb unserer Filterblase beworben. Soll heißen über Freunde und Bekannte, über Facebook-Seiten wie St. Pauli Fans gegen Rechts, etc.. Dass die Reaktionen hier im schlimmsten Fall Desinteresse in den meisten Fällen Wohlwollen und Unterstützung waren, ist erwartbar und natürlich grundsätzlich angenehm. Am Montag nun, haben wir uns dazu entschlossen unsere Facebook-Seite auch in einer geschlossenen Radreisegruppe bei Facebook bekannt zu machen. Im Vorfeld haben wir uns zu dieser Veröffentlichung durchaus unsere Gedanken gemacht. Zunächst haben wir die Frage nach Off- oder On-Topic für uns positiv beantwortet. Grundsätzlich machen wir eine Radreise und von daher passt unsere Facebook-Seite grundsätzlich in die Gruppe. Daneben haben wir uns natürlich auch Gedanken gemacht, wie wohl die Reaktionen innerhalb der Gruppe ausfallen würden. Hier haben wir zwar durchaus auch mit Gegenwind gerechnet, was dann aber kam, hat uns dann doch ein wenig überrascht.

Zunächst kamen die ersten zwei bis drei Stunden positive Reaktionen; Gefällt-mir und Herzchen-Markierungen, ein positiver Kommentar, der uns eine gute Reise wünscht. Und dann ging es los…

Hanebüchene Kommentare, die uns vorwarfen gegen das Grundgesetz zu verstoßen gepaart mit reiner Menschenverachtung. Am Ende gab es insgesamt knapp 150 Kommentare und etwa 50 Reaktionen. Wie umgehen mit Kommentatoren die ganz offensichtlich entweder dem braun-blauen Spektrum zuzuordnen sind oder erkennbaren Fake-Profilen, die aber nicht minder von dem genannten bespielt werden?

Wir haben uns letztlich dazu entschlossen selber die Füße still zu halten und darauf gesetzt, dass andere Gruppenmitglieder aufstehen und dagegenhalten. Warum sind wir nicht selber aktiv geworden? Das hatte zwei Gründe: Erstens halten wir es prinzipiell für schwierig seinen eigenen Post in einer derartigen Diskussion zu verteidigen, da man (wie das Wort verteidigen schon sagt) sofort in der Defensive ist und aus dieser Position von vornherein einen Nachteil hat. Zweitens ist es wie die Diskussion am Ende auch gezeigt hat, nahezu unmöglich andere in einer Facebook-Diskussion von seiner Meinung zu überzeugen.

Dafür waren wir umso dankbarer, dass von den 50 Reaktionen die große (ca. 97%) Mehrzahl positiv und unterstützend war und zum anderen viele andere in der Diskussion Contra gegeben haben. Wurden die braun-blauen dadurch überzeugt? Nein, aber wir finden es trotzdem wichtig, derartige Statements nicht unwidersprochen zu lassen, um der Öffentlichkeit nicht das Gefühl zu lassen, dass derartige Aussagen die Mehrheitsmeinung widerspiegeln. Gleichzeitig hatten wir einen erheblichen Zulauf an Gefällt-mir-Angaben auf unserer Facebook-Seite. Auch das hat uns sehr gefreut.

Mittlerweile ist die Diskussion abgeebbt, bzw. ist unser Post in der Gruppe offenbar von den Admins gelöscht worden, zumindest können wir unseren eigenen Post nicht mehr finden. Das wiederum ist sehr enttäuschend. Denn eine der Forderungen unserer Widersacher war eben die Löschung unseres Posts. Auch wenn die Administratoren vielleicht der Meinung waren, dass eine Diskussion wie sie in den Kommentaren entstanden ist, nicht in eine Radreisegruppe gehört, hätten sie entweder viel früher eingreifen müssen oder aber die Diskussion bis zum Ende stehenlassen müssen. Letzteres wäre auch ein Zeichen von Haltung gewesen. Nun aber den Post ohne jedwede Infos an uns zu löschen, finden wir eine ziemliche Frechheit. Sollten wir den Post nur einfach nicht finden, so nehmen wir dies gern zurück. Es sieht nur nicht so aus.

Und wie geht es nun weiter? Naja, wie soll es weitergehen? Natürlich gehen wir in zehn Tagen auf Tour und natürlich sammeln wir weiterhin Spenden für Westwind e.V.. Die Diskussion hat einmal mehr gezeigt, dass es genau richtig ist. Die braun-blauen argumentieren immer gerne mit der christlichen Identität. Auch wenn wir mit Kirche und Religion im Allgemeinen nicht viel am Hut haben, so gibt es doch ein christliches Gebot, nach dem es sich gut leben lässt: Das Gebot der Nächstenliebe. Dieses ist aus unserer Sicht das eigentlich einzig relevante Gebot. Nur leider scheinen viele genau dieses Gebot schon lange als unwichtig beiseitegelegt zu haben. Anders können wir uns manch menschenverachtendes Weltbild nicht erklären. Hier gilt es entgegen zu wirken, Haltung zu zeigen und aufzustehen! Wir versuchen das im Kleinen mit einer Fahrradtour, die auch wenn wir Spenden sammeln in erster Linie Urlaub ist. Andere machen die tagtäglich und opfern einen großen Teil ihrer Freizeit. Genau diesen Menschen möchten wir mit unserer Tour DANKE sagen. Ihr seid großartig, macht weiter so!

Das Gute, wenn man aus Hamburg kommt ist, dass wir Wind und vor allem auch Gegenwind gewohnt sind. Das wirft uns aber nicht um. Im Gegenteil dann stemmen wir uns eben stärker in den Wind, setzen die Segel und nehmen Fahrt auf.

In diesem Sinne: Keinen Fußbreit!

1 Kommentar

  1. christian großeholz

    7. Juni 2018 at 0:12

    Ihr Lieben,
    es ist gut, was ihr macht. Wir sind 6 Millionen, die Solidarität mit Geflüchteten leben.
    Es sind einige wenige, die versuchen, das Klima zu vergiften. Und sie sind viel zu erfolgreich. Leider. Es hilft nur, weiterhin aufrecht für Menschen in Not einzustehen, neue Mitbürger zu unterstützen und dem Klima von Hass und Neid entschlossen entgegen zu treten.
    Danke, dass ihr dafür einsteht!

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