Der heutige Fernradweg Via Claudia Augusta folgt in weiten Teilen der historischen Römerstraße gleichen Namens. Bereits im Jahr 15v. Chr. begann Nero Claudius Drusus während eines Feldzugs in den Alpen vorhandene Verbindungswege der Kelten und Etrusker vor allem für den Truppennachschub auszubauen und schuf so die erste richtige Straße über die Alpen.

Etwa 60 Jahre später vollendete dann der Sohn des Drusus, Kaiser Claudius dieses Werk. Nun nicht nur aus rein militärischen, sondern auch aus wirtschaftlichen Erwägungen. So wurde der Warenaustausch zwischen dem römischen Kerngebiet und den Provinzen in Germanien erheblich erleichtert.

Wie entlang der römischen Staatsstraßen üblich wurden auch entlang der Via an vielen Orten Raststationen angelegt, die in erster Linie dem Pferdewechsel dienten. Gleichzeitig wurden an den Stationen aber auch Soldaten stationiert, die die Sicherheit der Reisenden sicherstellen sollten. Im Laufe der Zeit entwickelten sich diese Stationen weiter zu Siedlungen und Städten.

Die wichtigsten Zeugnisse über den Verlauf der Via Claudia sind zwei Meilensteine. Der erste gefunden bei Rabland (Südtirol), der zweite gefunden bei Cesiomaggiore (bei Feltre). Auf beiden Steinen sind der Name der Straße, die Länge, der Auftraggeber sowie der Verlauf der Strecke angegeben. Allerdings führt genau dies zu einem Streit unter Historikern. Zwar benennen beide Meilensteine als Ziel das damals bedeutende Zentrum Augusta Vindelicorum, das heutige Augsburg, aber als Ausgangspunkt werden unterschiedliche Orte angegeben. Der Meilenstein aus Rabland gibt als Ausgangspunkt die Umgebung von Stiglia in der Nähe des Po an, der Stein von Cesiomaggiore die Hafenstadt Altino in der Nähe von Venedig. Welches nun der richtige Ausgangspunkt ist, ist weiterhin umstritten.

Der übrige Verlauf zwischen Trient und Augsburg/ Donauwörth ist weitestgehend unumstritten. Ab Trient folgte die Via Claudia wohl der Etsch bis zur Quelle am Rechenpass und weiter über den Fernpass in Richtung des heutigen Füssens.

Interessant ist auch die Bauweise. Diese war von Region zu Region unterschiedlich. Nutze man doch Vorzugsweise die am Wegesrand befindlichen Materialien. Trotzdem war die Straße wohl weitestgehend genormt. So war die Fahrbahndecke stets gewölbt, um den Abfluss des Regenwassers zu begünstigen und auf einer Breite von ca. 3m beidseitig frei von Bewuchs und Bebauung. Auch wurden mit großem Aufwand Spurrillen für die Kutschen in den Weg gefräst, um ein Wegrutschen oder kippen der Wagen zu verhindern.

Noch heute kann man an vielen Stellen den historischen Verlauf erkennen. Wir sind gespannt und freuen uns drauf. Wer mehr über die historische Via Claudia Augusta erfahren möchte, findet Infos bei unseren Quellen.

Quellen:

http://www.viaclaudia.org/de/geschichte.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Via_Claudia_Augusta

http://www.alpic.net/via-claudia-augusta

http://geschichte-wissen.de/blog/via-claudia-augusta/