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6. Etappe: Ein letzter Gruß der Dolomiten

6. Etappe: Busche (I) – Venedig (I)

122km, 1318 Anstieg, 1628 Abstieg, Durchschnittsgeschwindigkeit 20,1 km/h

Als wir die Etappen geplant haben, sah die letzte Etappe recht simpel aus. Noch einmal kurz hoch und dann nur noch bergab. Tja, ganz so war es dann nicht.

Nach dem Frühstück zeigte uns unser Gastgeber noch den Weg zum zweiten an der Strecke entdeckten Meilenstein der Via Claudia. Versteckt im Nebengebäude einer Privatvilla, mit einer wunderschön durch eine Allee führenden Anfahrt.

Danach ging es los. Erst einige Kilometer ins Tal der Piave durch Busche und dann langsam aber stetig bergauf. Nach etwa 10km stand dann der Aufstieg zum Praderadegopass. Der ist zwar mit nur 910m nicht sonderlich hoch, wenn man aber von 250m kommt sind es zum einen immer noch gut 660hm und zum anderen war der Anstieg gespickt mit Steigungen von 10 und mehr Prozent. Am Ende, und da waren wir uns mit einem Ehepaar einig, welches wir auf dem Gipfel trafen, definitiv der schwerste Pass auf der Strecke. Der Blick der sich von oben und auf der Abfahrt bot, war aber ebenfalls einer der beeindruckendsten. Die Qual war schnell vergessen.

Ab nun ging es dann auch tatsächlich bergab. Die steilsten Abfahrten hatten wir bereits hinter uns gebracht, als sich Hannes Schlauch mit einem lauten „Puff“ verabschiedete. Also erstmal Schlauch wechseln. Wäre ohne Panne ja auch keine echte Tour gewesen.

Danach trafen wir wieder auf die Piave. Hätte man sich den Pass wahrscheinlich sparen können und einfach im Flusstal weiterfahren können. Aber das macht ja nur halb so viel Spaß.

Die Strecke führte nun teils wundervoll durchs Naturschutzgebiet, dazwischen aber auch immer wieder über recht stark befahrene Landstraßen. Am Ende wurde es dann urbaner, ehe wir unsere Unterkunft in Mestre erreichten.

Schnell geduscht und die letzten Kilometer mit dem Bus ins Herz von Venedig. Da man hier ohnehin nicht Radfahren darf , ließen wir unsere Begleiter zurück. Den Rest des Abends schlenderten wir von Brücke zu Brücke durch Venedig und belohnten uns mit einem ausgiebigen Essen, bei dem wir einer Gruppe von Kindern beim Strassenfussball zuschauen konnten.

Heute steht dann die Rückfahrt an. Noch haben wir ein wenig Zeit bis der Zug losfährt. Allerdings regnet es aus Kübeln, so dass sich unsere Lust zu weiterem Sightseeing in Grenzen hält. Alles richtig gemacht, ist es doch der erste Regen der Tour.

Was bleibt:

Zu erst einmal ein großes Dankeschön an alle SpenderInnen und UnterstützerInnen. Dann die Erkenntnis, dass wir ohne das 32er Ritzel definitiv nicht angekommen wären (oder wesentliche Teiele der Anstiege hätten schieben müssen). Es bleiben herrliche landschaftliche Eindrücke und die Gewissheit, dass dies definitiv nicht unsere letzte Radtour und definitiv nicht die letzte Tour in die Berge war. Bergtechnisch sind wir nun angefixt. Ob dann ganz privat oder wieder als Spendentour muss sich zeigen.

Wir werden uns hier sicher noch ein, zweimal melden, bevor es auf dieser Seite wieder ruhig wird.

Bis dahin

Hannes und Jonas

PS: Wir haben unterwegs recht viel gefilmt und haben glücklicherweise Hilfe beim Schneiden zugesagt bekommen. Es wird zwar mit Sicherheit noch dauern, aber irgendwann gibt es dann noch ein paar bewegte Bilder

5. Etappe: Wir springen von der Etsch zur Brenta zur Piave

5. Etappe: Trento (I) – Busche (I)

117km, 1493 Anstieg, 1380 Abstieg, Durchschnittsgeschwindigkeit 20,3 km/h

Wir sind wieder schon um 8:00 auf dem Rad. Es ist der Versuch der Sonne ein wenig zu entkommen. Bereits um 7:00 zeigt das Thermometer über 20 Grad.

Die Oberschenkel schmerzen ein wenig, noch mehr tut das der Hintern. Erste Verschleißerscheinungen, naja was soll’s.

Zunächst geht’s erstmal rauf. Etwa 400hm Richtung Pergine Valsugana. Zunächst fahren wir auf der mäßig befahrenen Landstraße und nach einer kurzen Abfahrt über einen Waldweg. Dumm nur wenn man die richtige Abzweigung verpasst und den Berg zwei Kilometer in die falsche Richtung hochfährt. Also zurück und das Ganze nochmal auf dem richtigen Weg. Oben angekommen hatten wir einen tollen Blick ins Valsugana mit dem Brenta Fluss.

Diesem folgten wir recht lange, immer wieder mit Abstechern in die am Hang gelegenen Dörfer. Meist auf top ausgebauten, 3m breiten Radwegen, mit viel Rennradverkehr. Einige Kilometer vor Feltre ließen wir uns dann etwa 10km von zwei Rennradfahrern mitziehen, bevor es in die letzten Anstiege nach Cesiomaggiore ging. Somit sind wir nun in den Dolomiten angekommen. Das Fahrradmuseum hatte leider geschlossen, sonst hätten wir ihm sicher einen Besuch abgestattet.

Noch schnell ein paar Lebensmittel besorgt und nach einer kurzen Abfahrt erreichten wir unsere heutige Unterkunft mitten auf dem Land und wirklich sehr idyllisch.

Morgen steht dann bereits unsere letzte Etappe an. Ein bisschen Wehmut, aber auch Stolz machen sich breit und ein Hintern der sagt, dass er nicht mehr will. Einen Pass noch hoch und dann geht’s für uns morgen runter in die Ebene von Venedig.

4. Etappe: An der Etsch bis Trento

4. Etappe: Kastelbell (I) – Trento (I)

118km, 818 Anstieg, 1236 Abstieg, Durchschnittsgeschwindigkeit 25,5 km/h

Leichter gesagt als getan. Dachten wir gestern noch an eine Etappe zum Erholen, so sahen wir uns zwischenzeitig getäuscht. Aber alles der Reihe nach.

Nach einem kurzen Frühstück schwangen wir uns aufs Rad, um direkt nach kurzen 11km unser diesjähriges Bergfest zu feiern. Die Aussage „Jetzt 50km am Stück, oder was“ sollte sich rächen, denn über die nächsten 50km ging es insgesamt zwar etwas bergab, aber die vier doch anstrengenden Kuppen hatten wir gestern in aller Euphorie wohl verdrängt.

Danach fuhren wir uns doch allmählich ein und kamen ins Rollen, das alles in wunderschöner Landschaft durch endlose Apfelbaum-Plantagen mit sanften tiefgrünem Berghängen am gesamten Horizont, immer wieder gekrönt durch fantastische Panoramen ins gesamte Tal, wenn wir unerwartet erwähnte Steigungen den Berghang entlang fuhren.

Nach einer kurzen Rast nahmen wir die letzten 53 km in Angriff, die fast ausschließlich auf dem Deich entlang der Etsch längs führten, und bei inzwischen fast 30 Grad waren wir froh für die zahlreichen Wassersprenkler, denen nicht nur die Bäume dankbar waren.

So erfrischt rissen wir die letzten 53 km mit einem 30er Schnitt bis Trient ab und genossen dann erstmal einen verdienten Café freddo.

Salute

3. Etappe: In schnellen Tritten ins Vinschgau

3. Etappe: Landeck (A) – Kastelbell (I)

118km, 1928 Anstieg, 2124 Abstieg, Durchschnittsgeschwindigkeit 22,8 km/h

Anders als gestern sollte uns die dritte Etappe nicht so viele Bekanntschaften bescheren. Und wenn auch nicht weniger schwer war der Charakter dieser zweiten Königsetappe über den Reschenpass ins Vinschgau ein ganz anderer als bei der gestrigen über den Fernpass.

Von Beginn an fuhren wir meist auf asphaltierten Radwegen mit sehr wenigen guten Schotterpassagen noch im hier recht breiten Inntal, welches sich ab Pfunds zu einer engen Schlucht wandelte. Wir wechselten auf die Landstraße mit einer ersten knackigen Steigung, gefolgt von einer rasanten Abfahrt durch die Schlucht ins schweizerische Martina. Grüezi Schweiz, Ade Schweiz. Unmittelbar hinter der Zollstelle bogen wir direkt wieder nach Österreich ab und es begann etwa bei Tageskilometer 40 die 6km Steigung zur Norbertshöhe.

Die Auffahrt durch elf Kehren auf einer sehr wenig befahrenen Nebenstraße war anstrengend, aber letztlich mehr eine Sache der Kondition als des fahrerischen Könnens.

Auf der Norbertshöhe legten wir eine kleine Pause ein, bevor nach der Abfahrt nach Nauders der finale Anstieg auf den Reschen anstand. Oben wurden wir mit einem herrlichen Ausblick auf den Reschensee belohnt. Ciao Italia.

Ab nun rollte es quasi von allein. Auf der Hochebene Rückenwind und dann rein in die Abfahrt Richtung Vinschgau und Etschtal. Das allermeiste davon auf nach wie vor gut ausgebauten Radwegen mit 1A Asphalt. Da kann man einfach mal die Beine baumeln lassen. Deutlich zu merken der Temperaturunterschied. Südlich der Alpen sind es gefühlt 10 Grad wärmer, zum Teil schon drückend. Der Weg ist gesäumt von Apfelbäumen.

Morgen feiern wir dann während einer echten Erholungsetappe Bergfest, bevor es ab Trient wieder mehr bergauf und ab geht.

Bis morgen aus Trento…

2. Etappe: Fernpass bezwungen!

2. Etappe: Füssen – Landeck

91km, 1525 Anstieg, 1517 Abstieg, Durchschnittsgeschwindigkeit 19,2 km/h

Los ging’s nach dem Frühstück um 08:30, bei dem wir eine Chinesin auf Europareise kennenlernten durften, die – ganz klischeehaft – den ganzen Tag Schloss Neuschwanstein besuchen wollte.

Kurz nach Füssen passieren wir schon die Grenze zu Österreich. Servus!

Eingerollt nach 15 km flacherem Terrain ging es nach Reute in den ersten knackigen Anstieg. Dem schottrig-kieseligem Untergrund, aber auch der starken Steigung geschuldet, drehten die Reifen durch und wir mussten aus dem Sattel und 100m schieben.

Nach der ersten kurzen Abfahrt trafen wir während der Anfahrt zur nächsten Steigung Vater und Sohn mit Mountainbike, die wir schnell überholten. Aber nach 2-3 km überholten wir die beiden ein weiteres Mal, weil unsere Ortskenntnis trotz Garmin einer einheimischen Ortskenntnis der Schleichwege nicht gewachsen war. Dann ging es richtig in den Berg rein und über 8 km war Schrittgeschwindigkeit angesagt, aber dieses Mal komplett im Sattel. Kurz vor der finalen Kuppe genossen wir das wunderschöne Bergpanorama, das uns die ganze Etappe über begleitete. In diesem Moment sahen wir auch den Sohn wieder, wie er sich den Berg hochschob; allerdings nicht in Begleitung seines Vaters, sondern unserem kommenden Wegabschnittsgefährten.

Am Fernpass angekommen, empfahl uns ein entgegenkommender Mountainbiker: „Ihr könnt hier mit Rennrädern nicht runterfahren, das ist alles grober Kies!“ Naja, Rennräder haben wir trotz nicht ganz so breiter Bereifung ja nicht. Und ausserdem hilft ja nix, ne andere Richtung gabs nicht. Aber direkt nach den ersten Metern war sein Rat nachvollziehbar. Die Abfahrt war extrem steil, sehr grobkiesig mit rutschigem Schotter und vereinzelten Steinplatten. Zwischendurch durften wir sogar einen kurzen Abschnitt Via Claudia bewundern, mit Wagenspuren von vor 2000 Jahren. Wir kamen sicher unten im Tal an und hatten nun weniger steiles Terrain bis zum Ende unserer Etappe vor uns. Im Inntal trafen wir aufgrund von kurzen Fotopausen dann mehrfach auf oben erwähnten Radfahrer. Auch auf dem Weg nach Venedig – allerdings seit 8 Tagen von Düsseldorf auf dem Rad – begleitete er uns die letzten 30 km fast bis ins Etappenziel in Landeck.

Morgen steht dann die zweite Königsetappe über den Reschenpass ins Winschgau an.

Bis morgen!

1. Etappe: Einrollen im Allgäu

1. Etappe Augsburg (D) – Füssen (D)

126 km, 1050m Anstieg, 721m Abstieg, Durchschnittsgeschwindigkeit 24,2 km/h, Nettofahrzeit: 4:58, Bruttofahrzeit: 6:40

8:30 sitzen wir auf dem Rad, die Sonne scheint, was will man mehr. Zunächst rollen wir entlang des Lech auf Schotter und Forstwegen. Die Landschaft ist flach, noch nichts zu sehen von Bergen. Ab 5km vor Schongau tauchen dann die ersten Hügel auf und etwas später erhaschen wir den ersten Blick auf die Alpen.

Es geht zunehmend mehr bergauf und bergab, wobei bergauf überwiegt, aber nie über gemäßigt hinausgeht. Vielleicht ein klein wenig Vorgeschmack auf die morgige Etappe.

Die Wege sind nun meist asphaltiert mit einigen schönen Schotterpassagen durch kleine Wälder. Ansonsten dominiert die kleinbäuerliche Nutzung.

Wir erreichen Füssen bereits um 15:00 und gönnen uns erstmal ein frisches Bier.

Dann mal Prost und bis Morgen

+++ aktueller Spendenstand 899,50 +++

Wow, so kurz vor der Tour erreichen uns dann noch einige Spenden und vor allem eine sehr großzügige Spendenzusage der Fa. Dammann Absperrung GmbH. Der Geschäftsführer Peter Dammann, der uns schon 2016 mit Trikots ausgestattet hat und noch eine nicht unwesentliche Summe gespendet hat, hat uns auch für die diesjährige Tour eine Spende von 500,00 Euro, in Worten Fünfhundert, zugesagt. Das ist mal richtig FETT. Zusammen mit den Spenden die bei Betterplace.org eingegangen sind und einer Spende die direkt an Westwind gegangen ist, sind wir somit nun bei 899,50 Euro!!!

Ein riesen Dankeschön an alle Spender!

Kann losgehen…

Wir haben Hummeln im Hintern und die Beine zucken schon. Die Taschen sind gepackt, die Kette geölt und die Reifen aufgepumpt. Am Freitag dann noch einen halben Tag arbeiten und ab gehts zum Hauptbahnhof. Von dort dann mit dem ICE gen Augsburg, dem Startpunkt unserer Tour. Mal schauen wie die Fahrradmitnahme in der neuen Generation dieser Züfe klappt. Hat ja lange genug gedauert, bis die Deutsche Bahn auf den Bedarf reagiert hat. Was in Frankreichs TGVs schon lange möglich ist, geht beider Deutschen Bahn erst seit Anfang des Jahres. Auch das Wetter scheint es gut mit uns zu meinen. Auch wenn langfristige Wetterprognosen ja bekanntlich nicht sonderlich zuverlässig sind, haben wir seit Anfang der Woche doch immer mal wieder die üblichen Wetterseiten gecheckt. War am Anfang der Woche insbesondere für den Sonntag noch ganztägig „gewittrig“ angekündigt, so sollen diese nun erst am Abend kommen. Da wir am Sonntag mit dem Fernpass unseren ersten Pass zu bewältigen haben, ist dies doch ein ganz beruhigendes Gefühl. Naja, erstmal gilt es uns am Samstag von Augsburg nach Füssen einzurollen. Und am Ende können wir am Wetter ja doch nichts ändern. Wir sind bereit.

Natürlich freuen wir uns auch weiterhin über jeden Euro an Spenden und natürlich auch über Kommentare und Feedback. Also kramt nochmal in eurem Kleingeldfach (oder bei den Scheinen). Jeder Euro kommt an und jeder Euro hilft Westwind!

An alle Daheimgebliebenen: Am Wochenende findet die Altonale statt und auch Westwind ist mit einem Stand vertreten. Wer sich also ein wenig über die Arbeit informieren möchte, die Menschen hinter diesem Verein kennenlernen möchte oder einfach nur ein bisschen nett schnacken will, schaut am Samstag und/ oder Sonntag mal in der Kleinen Rainstraße vorbei. Außerdem hat Westwind ein kleines Fahrradquiz vorbereitet. Wer also sein Fahrradwissen testen möchte und obendrein noch einen kleinen Preis abräumen will, hin da.

Wir melden uns mit unserem Blog spätestens am Samstagabend mit einem Bericht unserer ersten Etappe wieder. Dann hoffentlich aus Füssen.

So long…

Ich packe meine Tasche und nehme mit…

Hier dann mal unsere Packliste. Was meint ihr: Was haben wir vergessen? Was ist überflüssiger Quatsch?

Am Rad/ und Körper

  • 2x Trinkflasche
  • Helm
  • Radhandschuhe
  • Radschuhe
  • Radhose
  • Radtrikot
  • Garmin Edge 800

Radklamotten zum wechseln:

  • 1x Radhose
  • 1x Radtrikot
  • 1x Radjacke (mit abnehmbaren Ärmeln – erspart die Radweste)
  • 1x Radsocken
  • 1x Radregenjacke
  • 1x Regenhose
  • 1x Überschuhe

sonstige Klamotten:

  • 2x Socken
  • 2x Unterhose
  • 2x T-Shirt
  • 1x Pulli (kann ja kalt werden in den Bergen)
  • 1x lange Hose (mit abnehmbaren Beinen)
  • leichte Turnschuhe
  • auf die Jacke verzichten wir, da tut es auch am Abend die Radjacke

Hygiene:

  • Zahnbürste
  • Zahnpasta
  • Duschgel
  • Deo
  • Gesichtscreme
  • Kontaktlinsen
  • Sonnencreme
  • 3x Taschentücher
  • Pfaster

Werkzeug/ Fahrradzubehör:

  • Flickenzeug
  • Pumpe
  • Adapter für Autoventil
  • Multitool
  • 2x Ersatzschlauch
  • Kabelbinder verschiedene Größen
  • Seitenschneider
  • Lappen
  • Kettenöl
  • Schloss
  • Fahrradlichter

Sonstiges:

  • Radreiseführer „Via Claudia Augusta“ Bikeline
  • Ladekabel für Garmin
  • Handy + Ladekabel
  • GoPro + Zubehör
  • Bluetooth-Tastatur (macht das Schreiben des Blogs am Hand ein wenig angenehmer)
  • Weltadapter (wegen Italien)
  • Brille
  • Sonnenbrille
  • Getränkepulver
  • Riegel (Crunchy Peanut Butter von Clif Bar – wir lieben Erdnuss!)
  • Personalausweis
  • EC- + Kreditkarte
  • Bargeld
  • Versichertenkarte
  • Liste Unterkünfte
  • Bahntickets
  • Führerschein (für alle Fälle)

 

Zeit einmal inne zu halten…

In zehn Tagen starten wir unsere Tour in Augsburg. Wir sind bereit und freuen uns auf die Tour. Aufgrund der Ereignisse der letzten beiden Tage wollen wir aber doch einmal innehalten und über den Sinn und Zweck unserer Tour nachdenken.

Was ist passiert?

Bislang haben wir unsere Tour, unsere Homepage und Facebook-Seite in erster Linie innerhalb unserer Filterblase beworben. Soll heißen über Freunde und Bekannte, über Facebook-Seiten wie St. Pauli Fans gegen Rechts, etc.. Dass die Reaktionen hier im schlimmsten Fall Desinteresse in den meisten Fällen Wohlwollen und Unterstützung waren, ist erwartbar und natürlich grundsätzlich angenehm. Am Montag nun, haben wir uns dazu entschlossen unsere Facebook-Seite auch in einer geschlossenen Radreisegruppe bei Facebook bekannt zu machen. Im Vorfeld haben wir uns zu dieser Veröffentlichung durchaus unsere Gedanken gemacht. Zunächst haben wir die Frage nach Off- oder On-Topic für uns positiv beantwortet. Grundsätzlich machen wir eine Radreise und von daher passt unsere Facebook-Seite grundsätzlich in die Gruppe. Daneben haben wir uns natürlich auch Gedanken gemacht, wie wohl die Reaktionen innerhalb der Gruppe ausfallen würden. Hier haben wir zwar durchaus auch mit Gegenwind gerechnet, was dann aber kam, hat uns dann doch ein wenig überrascht.

Zunächst kamen die ersten zwei bis drei Stunden positive Reaktionen; Gefällt-mir und Herzchen-Markierungen, ein positiver Kommentar, der uns eine gute Reise wünscht. Und dann ging es los…

Hanebüchene Kommentare, die uns vorwarfen gegen das Grundgesetz zu verstoßen gepaart mit reiner Menschenverachtung. Am Ende gab es insgesamt knapp 150 Kommentare und etwa 50 Reaktionen. Wie umgehen mit Kommentatoren die ganz offensichtlich entweder dem braun-blauen Spektrum zuzuordnen sind oder erkennbaren Fake-Profilen, die aber nicht minder von dem genannten bespielt werden?

Wir haben uns letztlich dazu entschlossen selber die Füße still zu halten und darauf gesetzt, dass andere Gruppenmitglieder aufstehen und dagegenhalten. Warum sind wir nicht selber aktiv geworden? Das hatte zwei Gründe: Erstens halten wir es prinzipiell für schwierig seinen eigenen Post in einer derartigen Diskussion zu verteidigen, da man (wie das Wort verteidigen schon sagt) sofort in der Defensive ist und aus dieser Position von vornherein einen Nachteil hat. Zweitens ist es wie die Diskussion am Ende auch gezeigt hat, nahezu unmöglich andere in einer Facebook-Diskussion von seiner Meinung zu überzeugen.

Dafür waren wir umso dankbarer, dass von den 50 Reaktionen die große (ca. 97%) Mehrzahl positiv und unterstützend war und zum anderen viele andere in der Diskussion Contra gegeben haben. Wurden die braun-blauen dadurch überzeugt? Nein, aber wir finden es trotzdem wichtig, derartige Statements nicht unwidersprochen zu lassen, um der Öffentlichkeit nicht das Gefühl zu lassen, dass derartige Aussagen die Mehrheitsmeinung widerspiegeln. Gleichzeitig hatten wir einen erheblichen Zulauf an Gefällt-mir-Angaben auf unserer Facebook-Seite. Auch das hat uns sehr gefreut.

Mittlerweile ist die Diskussion abgeebbt, bzw. ist unser Post in der Gruppe offenbar von den Admins gelöscht worden, zumindest können wir unseren eigenen Post nicht mehr finden. Das wiederum ist sehr enttäuschend. Denn eine der Forderungen unserer Widersacher war eben die Löschung unseres Posts. Auch wenn die Administratoren vielleicht der Meinung waren, dass eine Diskussion wie sie in den Kommentaren entstanden ist, nicht in eine Radreisegruppe gehört, hätten sie entweder viel früher eingreifen müssen oder aber die Diskussion bis zum Ende stehenlassen müssen. Letzteres wäre auch ein Zeichen von Haltung gewesen. Nun aber den Post ohne jedwede Infos an uns zu löschen, finden wir eine ziemliche Frechheit. Sollten wir den Post nur einfach nicht finden, so nehmen wir dies gern zurück. Es sieht nur nicht so aus.

Und wie geht es nun weiter? Naja, wie soll es weitergehen? Natürlich gehen wir in zehn Tagen auf Tour und natürlich sammeln wir weiterhin Spenden für Westwind e.V.. Die Diskussion hat einmal mehr gezeigt, dass es genau richtig ist. Die braun-blauen argumentieren immer gerne mit der christlichen Identität. Auch wenn wir mit Kirche und Religion im Allgemeinen nicht viel am Hut haben, so gibt es doch ein christliches Gebot, nach dem es sich gut leben lässt: Das Gebot der Nächstenliebe. Dieses ist aus unserer Sicht das eigentlich einzig relevante Gebot. Nur leider scheinen viele genau dieses Gebot schon lange als unwichtig beiseitegelegt zu haben. Anders können wir uns manch menschenverachtendes Weltbild nicht erklären. Hier gilt es entgegen zu wirken, Haltung zu zeigen und aufzustehen! Wir versuchen das im Kleinen mit einer Fahrradtour, die auch wenn wir Spenden sammeln in erster Linie Urlaub ist. Andere machen die tagtäglich und opfern einen großen Teil ihrer Freizeit. Genau diesen Menschen möchten wir mit unserer Tour DANKE sagen. Ihr seid großartig, macht weiter so!

Das Gute, wenn man aus Hamburg kommt ist, dass wir Wind und vor allem auch Gegenwind gewohnt sind. Das wirft uns aber nicht um. Im Gegenteil dann stemmen wir uns eben stärker in den Wind, setzen die Segel und nehmen Fahrt auf.

In diesem Sinne: Keinen Fußbreit!

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