Kategorie: Allgemein (Seite 1 von 4)

Kann losgehen…

Wir haben Hummeln im Hintern und die Beine zucken schon. Die Taschen sind gepackt, die Kette geölt und die Reifen aufgepumpt. Am Freitag dann noch einen halben Tag arbeiten und ab gehts zum Hauptbahnhof. Von dort dann mit dem ICE gen Augsburg, dem Startpunkt unserer Tour. Mal schauen wie die Fahrradmitnahme in der neuen Generation dieser Züfe klappt. Hat ja lange genug gedauert, bis die Deutsche Bahn auf den Bedarf reagiert hat. Was in Frankreichs TGVs schon lange möglich ist, geht beider Deutschen Bahn erst seit Anfang des Jahres. Auch das Wetter scheint es gut mit uns zu meinen. Auch wenn langfristige Wetterprognosen ja bekanntlich nicht sonderlich zuverlässig sind, haben wir seit Anfang der Woche doch immer mal wieder die üblichen Wetterseiten gecheckt. War am Anfang der Woche insbesondere für den Sonntag noch ganztägig „gewittrig“ angekündigt, so sollen diese nun erst am Abend kommen. Da wir am Sonntag mit dem Fernpass unseren ersten Pass zu bewältigen haben, ist dies doch ein ganz beruhigendes Gefühl. Naja, erstmal gilt es uns am Samstag von Augsburg nach Füssen einzurollen. Und am Ende können wir am Wetter ja doch nichts ändern. Wir sind bereit.

Natürlich freuen wir uns auch weiterhin über jeden Euro an Spenden und natürlich auch über Kommentare und Feedback. Also kramt nochmal in eurem Kleingeldfach (oder bei den Scheinen). Jeder Euro kommt an und jeder Euro hilft Westwind!

An alle Daheimgebliebenen: Am Wochenende findet die Altonale statt und auch Westwind ist mit einem Stand vertreten. Wer sich also ein wenig über die Arbeit informieren möchte, die Menschen hinter diesem Verein kennenlernen möchte oder einfach nur ein bisschen nett schnacken will, schaut am Samstag und/ oder Sonntag mal in der Kleinen Rainstraße vorbei. Außerdem hat Westwind ein kleines Fahrradquiz vorbereitet. Wer also sein Fahrradwissen testen möchte und obendrein noch einen kleinen Preis abräumen will, hin da.

Wir melden uns mit unserem Blog spätestens am Samstagabend mit einem Bericht unserer ersten Etappe wieder. Dann hoffentlich aus Füssen.

So long…

Ich packe meine Tasche und nehme mit…

Hier dann mal unsere Packliste. Was meint ihr: Was haben wir vergessen? Was ist überflüssiger Quatsch?

Am Rad/ und Körper

  • 2x Trinkflasche
  • Helm
  • Radhandschuhe
  • Radschuhe
  • Radhose
  • Radtrikot
  • Garmin Edge 800

Radklamotten zum wechseln:

  • 1x Radhose
  • 1x Radtrikot
  • 1x Radjacke (mit abnehmbaren Ärmeln – erspart die Radweste)
  • 1x Radsocken
  • 1x Radregenjacke
  • 1x Regenhose
  • 1x Überschuhe

sonstige Klamotten:

  • 2x Socken
  • 2x Unterhose
  • 2x T-Shirt
  • 1x Pulli (kann ja kalt werden in den Bergen)
  • 1x lange Hose (mit abnehmbaren Beinen)
  • leichte Turnschuhe
  • auf die Jacke verzichten wir, da tut es auch am Abend die Radjacke

Hygiene:

  • Zahnbürste
  • Zahnpasta
  • Duschgel
  • Deo
  • Gesichtscreme
  • Kontaktlinsen
  • Sonnencreme
  • 3x Taschentücher
  • Pfaster

Werkzeug/ Fahrradzubehör:

  • Flickenzeug
  • Pumpe
  • Adapter für Autoventil
  • Multitool
  • 2x Ersatzschlauch
  • Kabelbinder verschiedene Größen
  • Seitenschneider
  • Lappen
  • Kettenöl
  • Schloss
  • Fahrradlichter

Sonstiges:

  • Radreiseführer „Via Claudia Augusta“ Bikeline
  • Ladekabel für Garmin
  • Handy + Ladekabel
  • GoPro + Zubehör
  • Bluetooth-Tastatur (macht das Schreiben des Blogs am Hand ein wenig angenehmer)
  • Weltadapter (wegen Italien)
  • Brille
  • Sonnenbrille
  • Getränkepulver
  • Riegel (Crunchy Peanut Butter von Clif Bar – wir lieben Erdnuss!)
  • Personalausweis
  • EC- + Kreditkarte
  • Bargeld
  • Versichertenkarte
  • Liste Unterkünfte
  • Bahntickets
  • Führerschein (für alle Fälle)

 

Zeit einmal inne zu halten…

In zehn Tagen starten wir unsere Tour in Augsburg. Wir sind bereit und freuen uns auf die Tour. Aufgrund der Ereignisse der letzten beiden Tage wollen wir aber doch einmal innehalten und über den Sinn und Zweck unserer Tour nachdenken.

Was ist passiert?

Bislang haben wir unsere Tour, unsere Homepage und Facebook-Seite in erster Linie innerhalb unserer Filterblase beworben. Soll heißen über Freunde und Bekannte, über Facebook-Seiten wie St. Pauli Fans gegen Rechts, etc.. Dass die Reaktionen hier im schlimmsten Fall Desinteresse in den meisten Fällen Wohlwollen und Unterstützung waren, ist erwartbar und natürlich grundsätzlich angenehm. Am Montag nun, haben wir uns dazu entschlossen unsere Facebook-Seite auch in einer geschlossenen Radreisegruppe bei Facebook bekannt zu machen. Im Vorfeld haben wir uns zu dieser Veröffentlichung durchaus unsere Gedanken gemacht. Zunächst haben wir die Frage nach Off- oder On-Topic für uns positiv beantwortet. Grundsätzlich machen wir eine Radreise und von daher passt unsere Facebook-Seite grundsätzlich in die Gruppe. Daneben haben wir uns natürlich auch Gedanken gemacht, wie wohl die Reaktionen innerhalb der Gruppe ausfallen würden. Hier haben wir zwar durchaus auch mit Gegenwind gerechnet, was dann aber kam, hat uns dann doch ein wenig überrascht.

Zunächst kamen die ersten zwei bis drei Stunden positive Reaktionen; Gefällt-mir und Herzchen-Markierungen, ein positiver Kommentar, der uns eine gute Reise wünscht. Und dann ging es los…

Hanebüchene Kommentare, die uns vorwarfen gegen das Grundgesetz zu verstoßen gepaart mit reiner Menschenverachtung. Am Ende gab es insgesamt knapp 150 Kommentare und etwa 50 Reaktionen. Wie umgehen mit Kommentatoren die ganz offensichtlich entweder dem braun-blauen Spektrum zuzuordnen sind oder erkennbaren Fake-Profilen, die aber nicht minder von dem genannten bespielt werden?

Wir haben uns letztlich dazu entschlossen selber die Füße still zu halten und darauf gesetzt, dass andere Gruppenmitglieder aufstehen und dagegenhalten. Warum sind wir nicht selber aktiv geworden? Das hatte zwei Gründe: Erstens halten wir es prinzipiell für schwierig seinen eigenen Post in einer derartigen Diskussion zu verteidigen, da man (wie das Wort verteidigen schon sagt) sofort in der Defensive ist und aus dieser Position von vornherein einen Nachteil hat. Zweitens ist es wie die Diskussion am Ende auch gezeigt hat, nahezu unmöglich andere in einer Facebook-Diskussion von seiner Meinung zu überzeugen.

Dafür waren wir umso dankbarer, dass von den 50 Reaktionen die große (ca. 97%) Mehrzahl positiv und unterstützend war und zum anderen viele andere in der Diskussion Contra gegeben haben. Wurden die braun-blauen dadurch überzeugt? Nein, aber wir finden es trotzdem wichtig, derartige Statements nicht unwidersprochen zu lassen, um der Öffentlichkeit nicht das Gefühl zu lassen, dass derartige Aussagen die Mehrheitsmeinung widerspiegeln. Gleichzeitig hatten wir einen erheblichen Zulauf an Gefällt-mir-Angaben auf unserer Facebook-Seite. Auch das hat uns sehr gefreut.

Mittlerweile ist die Diskussion abgeebbt, bzw. ist unser Post in der Gruppe offenbar von den Admins gelöscht worden, zumindest können wir unseren eigenen Post nicht mehr finden. Das wiederum ist sehr enttäuschend. Denn eine der Forderungen unserer Widersacher war eben die Löschung unseres Posts. Auch wenn die Administratoren vielleicht der Meinung waren, dass eine Diskussion wie sie in den Kommentaren entstanden ist, nicht in eine Radreisegruppe gehört, hätten sie entweder viel früher eingreifen müssen oder aber die Diskussion bis zum Ende stehenlassen müssen. Letzteres wäre auch ein Zeichen von Haltung gewesen. Nun aber den Post ohne jedwede Infos an uns zu löschen, finden wir eine ziemliche Frechheit. Sollten wir den Post nur einfach nicht finden, so nehmen wir dies gern zurück. Es sieht nur nicht so aus.

Und wie geht es nun weiter? Naja, wie soll es weitergehen? Natürlich gehen wir in zehn Tagen auf Tour und natürlich sammeln wir weiterhin Spenden für Westwind e.V.. Die Diskussion hat einmal mehr gezeigt, dass es genau richtig ist. Die braun-blauen argumentieren immer gerne mit der christlichen Identität. Auch wenn wir mit Kirche und Religion im Allgemeinen nicht viel am Hut haben, so gibt es doch ein christliches Gebot, nach dem es sich gut leben lässt: Das Gebot der Nächstenliebe. Dieses ist aus unserer Sicht das eigentlich einzig relevante Gebot. Nur leider scheinen viele genau dieses Gebot schon lange als unwichtig beiseitegelegt zu haben. Anders können wir uns manch menschenverachtendes Weltbild nicht erklären. Hier gilt es entgegen zu wirken, Haltung zu zeigen und aufzustehen! Wir versuchen das im Kleinen mit einer Fahrradtour, die auch wenn wir Spenden sammeln in erster Linie Urlaub ist. Andere machen die tagtäglich und opfern einen großen Teil ihrer Freizeit. Genau diesen Menschen möchten wir mit unserer Tour DANKE sagen. Ihr seid großartig, macht weiter so!

Das Gute, wenn man aus Hamburg kommt ist, dass wir Wind und vor allem auch Gegenwind gewohnt sind. Das wirft uns aber nicht um. Im Gegenteil dann stemmen wir uns eben stärker in den Wind, setzen die Segel und nehmen Fahrt auf.

In diesem Sinne: Keinen Fußbreit!

Jonas Freund und Begleiter

Und hier dann auch ein paar Infos zu Jonas Rad. Das Cannondale Ultimate Touring 2017 soll Jonas bis an die Adria bringen. Erstmalig fährt er mit Dropbars, da Jonas bei den vergangenen Touren stets mit Taubheit der Finger der rechten Hand zu kämpfen hatte. Hoffen wir, dass der neue Lenker Abhilfe schafft. Hier die tschnischen Daten:

Hersteller: Cannondale Bikes

Modelljahr: 2017

Material:  Optimized 6061 Aluminium

Gewicht (in Kg ca): 12,80 Kg

Rahmen: Touring, 1 1/8″, SAVE, BSA

Rahmen Farbe: GRY – charcoal gray/primer/blue collar, matte

Steuersatz: Tange Si 1 1/8″

Gabel: Touring, Aluminium, 1-1/8″, Schutzblech und Lowrider Aufnahme

Vorbau: Cannondale C3, 6061 Aluminium, 31.8 mm, 12°

Lenker: Cannondale C3 Touring Dropbar, 76 mm Reach, 126 mm Drop, 12° flare

Sattel: Fabric Scoop Elite

Sattelstütze: Cannondale C3, 6061 Aluminium, Rh48-51: 27.2×300 mm / Rh54-61 27.2×350 mm

Kurbel: Shimano Ultegra 6800, 50/34

Innenlager: Shimano Hollowtech

Umwerfer: Shimano Ultegra 6800

Schaltwerk: Shimano Ultegra 6800

Schalthebel: Shimano RS685

Kassette: Shimano Ultegra 6800, 11-fach, 11-32

Bremsen: Shimano RS785, 160/160 mm, mit Metallbelägen mit Finne

Pedale: Wellgo Platform

Felgen: Maddux DC3.0, geschweißt Hohlkammerfelge mit 32 Loch

Naben: DT Swiss 350

Reifen: Schwalbe MARATHON PLUS SmartGuard 700x40C

Rahmengröße: 56cm

Erst spenden – dann Tatort

+++ aktueller Sepndenstand 239,50 +++

Aktuell sind wir bei 239,50 Euro Spenden. Das ist schon mal super und nicht selbstverständlich. Im Schnitt entstehen pro Fahrrad etwa 30-40 Euro an Materialkosten für die Instandsetzung/ Reparatur. Somit haben wir schonmal mindestens 6 Räder zusammen. Dafür Danke.

Schaffen wir es auch die 300,00 Marke zu knacken? Und das noch vor Beginn der Tour? Am besten jetzt gleich einen Betrag deiner Wahl spenden. Geht ganz schnell und soooo spannend ist der Tatort nun auch nicht. Hier gehts zur Betterplace.org

Das wäre der Hammer … jeder, wirklich JEDER Euro zählt.

DANKE!

Großes Kino…

die Refugees Welcome Tour 2018 kommt auf die große Leinwand! Dank der Unterstützung von Outdoorcine, dem Veranstalter des St. Pauli Sommerkinos und des Schanzenkinos bekommen wir ab dem 01.06. täglich fünfmal eine zehnsekündige Werbeeinblendung vor den Filmen. So erfhren dann hoffentlich ganz viele Menschen von unserer Tour und lassen eine Spende bei betterplace.org.

Dafür ein ganz dickes Danke an Outdoorcine. Also schaut mal beim Kino vorbei und bewundert unser Standbild. Danach dann Popcorn und großes Kino!

Hannes Freund und Begleiter

Heute wollen wir euch kurz Hannes treuen Freund und Begleiter vorstellen, der ihn sicher über die Alpen bringen soll. Hannes fährt ein Bergamont Sweep 8.0. Hier mal die Spezifikationen für die Technikfreunde unter euch:

Rahmen: 700c Sweep Alloy, AL-6061 Ultra Lite Rohrsatz, konifiziert, T4/T6 wärmebehandelt, 3D-Dropout, interne Kabelführung, Schutzblechaufnahme, integrierter Steuersatz, Tapered Steuerrohr

Gabel: Sweep Alloy, Tapered, Schnellspanner, Schutzblechaufnahme

Steuersatz: BGM A-Headset, semi-integriert, tapered

Schaltwerk: Shimano Tiagra, RD-4700, long cage

Umwerfer: Shimano Tiagra, FD-4700

Schalthebel: Shimano SL-4700, 2×10-fach, Rapidfire Plus Schalthebel

Bremshebel: Shimano BL-MT500, hydraulische Scheibenbremse

Bremsen: Shimano BR-MT500, hydraulische Scheibenbremse, SM-RT10 Rotor: 160/160 mm

Kurbelsatz: Shimano Tiagra, FC-4700, 50/34t

Innenlager: Shimano Hollowtech II, BSA

Lenker: BGM ProRace, Riser Lenker, 9°

Vorbau: BGM Road, -/+ 6°

Sattelstütze: BGM Road, 12mm setback

Sattel: BGM Urban

Vorderradnabe: BGM Road, Center Lock, Disc, Schnellspanner

Hinterradnabe: BGM Road, Center Lock, Disc, Schnellspanner

Kette: KMC X10

Kassette: Shimano CS-HG500, 11-34t

Speichen: Edelstahl, schwarz

Felgen: BGM Road, 28h, Disc

Bereifung: Schwalbe Lugano, Kevlarguard, 32-622

Schläuche: Schwalbe SV17A Light 28/47-622

Gewicht in Kg (ca.): 10,9

Rahmengröße: 52cm

Griffe: BGM Comfort Ergo

Ein wenig Geschichte…auf den Spuren der Römer

Der heutige Fernradweg Via Claudia Augusta folgt in weiten Teilen der historischen Römerstraße gleichen Namens. Bereits im Jahr 15v. Chr. begann Nero Claudius Drusus während eines Feldzugs in den Alpen vorhandene Verbindungswege der Kelten und Etrusker vor allem für den Truppennachschub auszubauen und schuf so die erste richtige Straße über die Alpen.

Etwa 60 Jahre später vollendete dann der Sohn des Drusus, Kaiser Claudius dieses Werk. Nun nicht nur aus rein militärischen, sondern auch aus wirtschaftlichen Erwägungen. So wurde der Warenaustausch zwischen dem römischen Kerngebiet und den Provinzen in Germanien erheblich erleichtert.

Wie entlang der römischen Staatsstraßen üblich wurden auch entlang der Via an vielen Orten Raststationen angelegt, die in erster Linie dem Pferdewechsel dienten. Gleichzeitig wurden an den Stationen aber auch Soldaten stationiert, die die Sicherheit der Reisenden sicherstellen sollten. Im Laufe der Zeit entwickelten sich diese Stationen weiter zu Siedlungen und Städten.

Die wichtigsten Zeugnisse über den Verlauf der Via Claudia sind zwei Meilensteine. Der erste gefunden bei Rabland (Südtirol), der zweite gefunden bei Cesiomaggiore (bei Feltre). Auf beiden Steinen sind der Name der Straße, die Länge, der Auftraggeber sowie der Verlauf der Strecke angegeben. Allerdings führt genau dies zu einem Streit unter Historikern. Zwar benennen beide Meilensteine als Ziel das damals bedeutende Zentrum Augusta Vindelicorum, das heutige Augsburg, aber als Ausgangspunkt werden unterschiedliche Orte angegeben. Der Meilenstein aus Rabland gibt als Ausgangspunkt die Umgebung von Stiglia in der Nähe des Po an, der Stein von Cesiomaggiore die Hafenstadt Altino in der Nähe von Venedig. Welches nun der richtige Ausgangspunkt ist, ist weiterhin umstritten.

Der übrige Verlauf zwischen Trient und Augsburg/ Donauwörth ist weitestgehend unumstritten. Ab Trient folgte die Via Claudia wohl der Etsch bis zur Quelle am Rechenpass und weiter über den Fernpass in Richtung des heutigen Füssens.

Interessant ist auch die Bauweise. Diese war von Region zu Region unterschiedlich. Nutze man doch Vorzugsweise die am Wegesrand befindlichen Materialien. Trotzdem war die Straße wohl weitestgehend genormt. So war die Fahrbahndecke stets gewölbt, um den Abfluss des Regenwassers zu begünstigen und auf einer Breite von ca. 3m beidseitig frei von Bewuchs und Bebauung. Auch wurden mit großem Aufwand Spurrillen für die Kutschen in den Weg gefräst, um ein Wegrutschen oder kippen der Wagen zu verhindern.

Noch heute kann man an vielen Stellen den historischen Verlauf erkennen. Wir sind gespannt und freuen uns drauf. Wer mehr über die historische Via Claudia Augusta erfahren möchte, findet Infos bei unseren Quellen.

Quellen:

http://www.viaclaudia.org/de/geschichte.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Via_Claudia_Augusta

http://www.alpic.net/via-claudia-augusta

http://geschichte-wissen.de/blog/via-claudia-augusta/

Westwind kenne ich nur vom Radfahren…Interview mit Carmen (Westwind)

Heute haben wir uns mit Carmen (eine der Gründerinnen von Westwind e.V.) getroffen und ein wenig über den Verein geplaudert. Aber lest selbst:

Fotos: Westwind e.V.

(RWT) Hallo Carmen, stell dich kurz vor:

Carmen Wilckens, 55 Jahre alt, Wirtschaftsfachwirtin und Grüne Bezirksabgeordnete in HH-Nord, Alltagsradlerin mit Vorsatz und Überzeugung!

(RWT) Wie seid ihr auf die Idee gekommen Westwind zu gründen?

(Carmen) Im Sommer 2015 kamen beständig mehr Geflüchtete in die Stadt. Durch meine politische Arbeit wusste ich, dass zur damaligen Zeit ca. 20.000 Menschen auf der Flucht in Hamburg waren und kannte das täglich größer werdende Problem, die die Unterbringung der Menschen darstellte. Ich habe Gelegenheit gehabt, die ZEA Sportallee (damals eine von zwei Erstunterkünften in der Stadt!) kennenzulernen und mit dem Leiter zu sprechen. Ich war damals zutiefst betroffen, dass die 500 Bewohner in einem kargen Gewerbegebiet „abgestellt“ waren und keine Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe hatten, keine Möglichkeit der Mobilität, keine Möglichkeit überhaupt ihre neue Heimat – die Stadt, die Menschen – zu sehen und kennenzulernen, jemanden zu besuchen oder einfach mal rauszukommen. Der Leiter der ZEA erzählte, dass die Bewohner nur dann Fahrscheine für den HVV bekämen, wenn sie Behördentermine hätten. Wollten sie sonst irgendwohin, würden sie sich oft automatisch strafbar machen, da sie kaum Geld für Fahrscheine hätten und dann schwarzfahren würden. Damals entstand die Idee, den Geflüchteten Fahrräder zur Verfügung zu stellen, um sie mobil zu machen. Christian arbeitet in einem Fahrradladen in Schenefeld und hatte bereits einmal gebrauchte Räder aufgearbeitet und an Geflüchtete weitergegeben. Wir hatten also beide die gleiche Idee … und so nahm das Projekt Fahrt auf. Wir machten bei Facebook eine Gruppe und Christian nannte sie „Westwind – Fahrräder für Flüchtlinge“. Der Westwind ist die in Hamburg vorherrschende Windrichtung – als Radrennfahrer kannte er das gut und fand den Namen symptomatisch sowohl für Hamburg, wie auch fürs Rad fahren.

(RWT) Welche Ziele verfolgt ihr mit Westwind …

(Carmen) Die Kerntätigkeit unseres Vereins ist und bleibt die Instandsetzung und Bereitstellung gespendeter Fahrräder für Bedürftige in Hamburg, um sie mobil zu machen. Wir haben vielen Geflüchteten die Möglichkeit geben, umweltfreundlich mobil zu sein und haben Ihnen damit die Integration in Hamburg erleichtert. Gerne geben wir auch Fahrradkurse für Frauen, weil uns immer wieder aufgefallen ist, dass viele arabische Frauen nicht oder nur unsicher Rad fahren können. Auch unsere gemeinsamen Fahrradtouren wollen wir weiter stattfinden lassen.

Größte Herzensangelegenheit ist es uns jedoch, Schüler*innen im Praktikum zu betreuen. Damit leisten wir aktive Integrationsarbeit, geben Hilfe zur Berufsorientierung und fördern die Sprachkompetenz der Geflüchteten. Diesen Bereich möchten wir weiter ausbauen.

(RWT) ….. und wie seid ihr derzeit aufgestellt?

(Carmen) „Wir“, das sind inzwischen rund zwanzig Ehrenamtliche aus dem Quartier und ganz Hamburg, Alteingesessene und neue Hamburger, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund – Westwind ist bunt und vielfältig, wie auch unsere Zielgruppe. Wir werden derzeit noch aus dem Integrationsfonds der Hamburgischen Bürgerschaft gefördert. Ende des Jahres läuft die Förderung aus. Wir arbeiten momentan daran, Geldgeber zu finden, um unsere Arbeit fortführen zu können.

(RWT) Was bedeutet für dich Mobilität und was hat das mit Integration zu tun?

(Carmen) Fahrrad fahren bringt Spaß, ist billig und umweltfreundlich. Mit dem Rad kommt man bequem und günstig zu vielen Orten in der Stadt. Zudem ist Mobilität ist ein wichtiger Beitrag zu Integration und gesellschaftlicher Teilhabe und macht die Stadt für geflüchtete Menschen im ursprünglichen Sinn des Wortes erfahrbar. Mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, bietet Chancen zum Kennenlernen unserer Stadt – ihrer vielfältigen Stadtteile, ihrer Landschaft, ihrer Topographie, ihrer Wege und vor allem ihrer Menschen.

(RWT) Wieviele Fahrräder habt ihr im Laufe der Zeit ausgeteilt?

(Carmen) Wir haben ca. 1000 Menschen auf’s Rad gebracht

(RWT) Wie lang ist die Warteliste und hat sich die Zahl der Wartenden im Laufe der Zeit deutlich verändert? Wer bekommt überhaupt von euch ein Fahrrad?

(Carmen) Derzeit sind ca. 80 – 100 Wartende auf der Liste. Am Anfang mussten wir noch selber zusehen, wo wir die Räder loswerden. Erstens kannten uns noch wenige und zweitens waren die vordringlichsten Aufgaben, die Unterbringung der Menschen und die Bewältigung der Asylformalitäten. Im Herbst/Winter 2015 haben wir rund 100 Räder in die EA Dratelnstraße gebracht. Das war die erste nachhaltige Kooperation – dickes Danke an Ovid Heekt!!

Doch im Frühjahr 2016 kamen immer mehr Bestellungen von Unterkünften und dann langsam auch immer mehr von Geflüchteten selbst. Zeitweilig standen damals auf der Warteliste über 200 Personen und die Wartezeit betrug mehrere Monate.

(RWT) Wie finanziert ihr eure Arbeit?

(Carmen) Wir bekommen immer mal wieder Geldspenden, von Menschen, die unsere Arbeit gut finden und das unterstützen wollen. Außerdem werben wir Fördergelder ein. Es gibt verschiedene Fördertöpfe der Stadt Hamburg und von den Bezirken, sowie Stiftungen & Vereine, bei denen gemeinnützige Vereine Geldzuwendungen beantragen können. So decken wir immer wieder den Bedarf für den Einkauf von Fahrradteilen. Für die wochentägliche Betreuung von Schüler*innen im Rahmen von Praktika brauchen wir allerdings die finanzielle Unterstützung aus größeren Förderprogrammen, da wir dann hauptamtliche Mitarbeiter brauchen.

(RWT) Wofür braucht ihr Geldspenden?

(Carmen) Vieles ersetzen wir aus dem Fundus der Gebrauchträder. Aber manche Fahrradteile muss man neu kaufen. Das sind alle Verschleißteile: Reifen, Schläuche, Kette, Ritzel, Bremsklötze, Bremszüge, Schaltzüge und Felgen.

(RWT) Benötigt ihr/ nehmt ihr auch Sachspenden an? Wenn ja, was und wo kann man die Sachen loswerden?

(Carmen) Spendenräder und Fahrradteile können an jedem Sonnabend zwischen 16:00 und 19:00 an unserem Werkstattcontainer an der Rindermarkthalle in St. Pauli, Neuer Kamp 31 abgegeben werden. Besonders gerne nehmen wir auch Fahrradschlösser und Kindersitze!

Fotos Westwind e.V.

(RWT) Kann man euch auch in sonstiger Form unterstützen? Wenn ja, wie kann man sich einbringen und in welchen Bereichen benötigt ihr am dringendsten Unterstützung?

(Carmen) Wir brauchen gerne noch ein paar Leute, die bei uns mit anpacken. Sei es jemand, der Ahnung von Fahrradmechanik hat (Nabenwartung, Tretlagerausbau, etc.) oder sich einbringt um beim Transfer von Rädern von Spendenabgabe zur Werkstatt und zurück zur Ausgabe zu helfen; Fahrradtouren und Radfahrkurse wollen organisiert werden und Fundraising ist ein auch großes Thema.

(RWT) Kann man bei euch auch ein Praktikum machen? Oder Bundesfreiwilligendienst?

(Carmen) Ja, wir bieten Praktikumsplätze an. Sowohl für Schüler der 9. + 10. allgemeinbildenden Klassen an, sowie für die Ausbildungsvorbereitung für Migrantinnen und Migranten (AVM Dual). Das ist ein dualisierter, ganztägiger Bildungsgang für neuzugewanderte Jugendliche in Hamburg zwischen 17 und 19 Jahren. Dualisiert bedeutet, dass die Jugendlichen die Chance erhalten, sich in Schule und Betrieb auf ihr späteres Berufsleben vorzubereiten. Neben dem Kennenlernen von Berufen mit dem Ziel einer Berufswahlentscheidung, geht es auch um den Erwerb der deutschen Sprache im betrieblichen Kontext.

(Carmen) Seit April 2018 sind wir zugelassen als Einsatzstelle im Bundesfreiwilligendienst. Voraussichtlich im Sommer wird unser erster BUFDI bei uns anfangen. Wir freuen uns sehr!

(RWT) Wie geht es weiter? Was sind eure Ziele?

(Carmen) Wir wollen weiterhin möglichst viele Menschen auf’s Rad bringen! Das heißt Menschen, die sich kein Rad leisten können, mit einem Rad versorgen und Menschen, die noch nicht gut Rad fahren können, helfen es zu lernen. Und auf jeden Fall wollen wir auch weiterhin Praktikanten die Möglichkeit geben, den Beruf des Zweiradmechatronikers, Fachbereich Fahrrad kennenzulernen und bei uns in die Berufswelt reinzuschnuppern.

(RWT) Und zum Schluss vielleicht noch drei Sätze zur Refugees Welcome Tour?

(Carmen) Was die Brüder Hannes und Jonas Pieper da auf die Beine stellen, ist echt der Hammer! Wir fühlen uns total geehrt, dass wir die Begünstigten dieser tollen Charity-Fahrradtour sein dürfen. Wir sind schon richtig aufgeregt und werden jede Etappe mit gedrückten Daumen verfolgen und wünschen unfallfreie Fahrt, gutes Wetter, viel Rückenwind & wenig Regen. Kette rechts!

Liebe Carmen vielen Dank für das ausführliche Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit Westwind e.V.

Die neuen Flyer sind da!

Heute, pünktlich zur Critical Mass, dem Lauf gegen Rechts und der Velo Hamburg sind unsere neuen Flyer eingetroffen.

Ein ganz FETTES DANKE geht an Sabina für den grafischen Support. Wir finden, die sind richtig schick geworden.

Wer davon ein paar zum Verteilen oder Auslegen haben möchte, kann sich gerne bei uns melden.

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