6. Etappe: Busche (I) – Venedig (I)

122km, 1318 Anstieg, 1628 Abstieg, Durchschnittsgeschwindigkeit 20,1 km/h

Als wir die Etappen geplant haben, sah die letzte Etappe recht simpel aus. Noch einmal kurz hoch und dann nur noch bergab. Tja, ganz so war es dann nicht.

Nach dem Frühstück zeigte uns unser Gastgeber noch den Weg zum zweiten an der Strecke entdeckten Meilenstein der Via Claudia. Versteckt im Nebengebäude einer Privatvilla, mit einer wunderschön durch eine Allee führenden Anfahrt.

Danach ging es los. Erst einige Kilometer ins Tal der Piave durch Busche und dann langsam aber stetig bergauf. Nach etwa 10km stand dann der Aufstieg zum Praderadegopass. Der ist zwar mit nur 910m nicht sonderlich hoch, wenn man aber von 250m kommt sind es zum einen immer noch gut 660hm und zum anderen war der Anstieg gespickt mit Steigungen von 10 und mehr Prozent. Am Ende, und da waren wir uns mit einem Ehepaar einig, welches wir auf dem Gipfel trafen, definitiv der schwerste Pass auf der Strecke. Der Blick der sich von oben und auf der Abfahrt bot, war aber ebenfalls einer der beeindruckendsten. Die Qual war schnell vergessen.

Ab nun ging es dann auch tatsächlich bergab. Die steilsten Abfahrten hatten wir bereits hinter uns gebracht, als sich Hannes Schlauch mit einem lauten „Puff“ verabschiedete. Also erstmal Schlauch wechseln. Wäre ohne Panne ja auch keine echte Tour gewesen.

Danach trafen wir wieder auf die Piave. Hätte man sich den Pass wahrscheinlich sparen können und einfach im Flusstal weiterfahren können. Aber das macht ja nur halb so viel Spaß.

Die Strecke führte nun teils wundervoll durchs Naturschutzgebiet, dazwischen aber auch immer wieder über recht stark befahrene Landstraßen. Am Ende wurde es dann urbaner, ehe wir unsere Unterkunft in Mestre erreichten.

Schnell geduscht und die letzten Kilometer mit dem Bus ins Herz von Venedig. Da man hier ohnehin nicht Radfahren darf , ließen wir unsere Begleiter zurück. Den Rest des Abends schlenderten wir von Brücke zu Brücke durch Venedig und belohnten uns mit einem ausgiebigen Essen, bei dem wir einer Gruppe von Kindern beim Strassenfussball zuschauen konnten.

Heute steht dann die Rückfahrt an. Noch haben wir ein wenig Zeit bis der Zug losfährt. Allerdings regnet es aus Kübeln, so dass sich unsere Lust zu weiterem Sightseeing in Grenzen hält. Alles richtig gemacht, ist es doch der erste Regen der Tour.

Was bleibt:

Zu erst einmal ein großes Dankeschön an alle SpenderInnen und UnterstützerInnen. Dann die Erkenntnis, dass wir ohne das 32er Ritzel definitiv nicht angekommen wären (oder wesentliche Teiele der Anstiege hätten schieben müssen). Es bleiben herrliche landschaftliche Eindrücke und die Gewissheit, dass dies definitiv nicht unsere letzte Radtour und definitiv nicht die letzte Tour in die Berge war. Bergtechnisch sind wir nun angefixt. Ob dann ganz privat oder wieder als Spendentour muss sich zeigen.

Wir werden uns hier sicher noch ein, zweimal melden, bevor es auf dieser Seite wieder ruhig wird.

Bis dahin

Hannes und Jonas

PS: Wir haben unterwegs recht viel gefilmt und haben glücklicherweise Hilfe beim Schneiden zugesagt bekommen. Es wird zwar mit Sicherheit noch dauern, aber irgendwann gibt es dann noch ein paar bewegte Bilder