2. Etappe: Füssen – Landeck

91km, 1525 Anstieg, 1517 Abstieg, Durchschnittsgeschwindigkeit 19,2 km/h

Los ging’s nach dem Frühstück um 08:30, bei dem wir eine Chinesin auf Europareise kennenlernten durften, die – ganz klischeehaft – den ganzen Tag Schloss Neuschwanstein besuchen wollte.

Kurz nach Füssen passieren wir schon die Grenze zu Österreich. Servus!

Eingerollt nach 15 km flacherem Terrain ging es nach Reute in den ersten knackigen Anstieg. Dem schottrig-kieseligem Untergrund, aber auch der starken Steigung geschuldet, drehten die Reifen durch und wir mussten aus dem Sattel und 100m schieben.

Nach der ersten kurzen Abfahrt trafen wir während der Anfahrt zur nächsten Steigung Vater und Sohn mit Mountainbike, die wir schnell überholten. Aber nach 2-3 km überholten wir die beiden ein weiteres Mal, weil unsere Ortskenntnis trotz Garmin einer einheimischen Ortskenntnis der Schleichwege nicht gewachsen war. Dann ging es richtig in den Berg rein und über 8 km war Schrittgeschwindigkeit angesagt, aber dieses Mal komplett im Sattel. Kurz vor der finalen Kuppe genossen wir das wunderschöne Bergpanorama, das uns die ganze Etappe über begleitete. In diesem Moment sahen wir auch den Sohn wieder, wie er sich den Berg hochschob; allerdings nicht in Begleitung seines Vaters, sondern unserem kommenden Wegabschnittsgefährten.

Am Fernpass angekommen, empfahl uns ein entgegenkommender Mountainbiker: „Ihr könnt hier mit Rennrädern nicht runterfahren, das ist alles grober Kies!“ Naja, Rennräder haben wir trotz nicht ganz so breiter Bereifung ja nicht. Und ausserdem hilft ja nix, ne andere Richtung gabs nicht. Aber direkt nach den ersten Metern war sein Rat nachvollziehbar. Die Abfahrt war extrem steil, sehr grobkiesig mit rutschigem Schotter und vereinzelten Steinplatten. Zwischendurch durften wir sogar einen kurzen Abschnitt Via Claudia bewundern, mit Wagenspuren von vor 2000 Jahren. Wir kamen sicher unten im Tal an und hatten nun weniger steiles Terrain bis zum Ende unserer Etappe vor uns. Im Inntal trafen wir aufgrund von kurzen Fotopausen dann mehrfach auf oben erwähnten Radfahrer. Auch auf dem Weg nach Venedig – allerdings seit 8 Tagen von Düsseldorf auf dem Rad – begleitete er uns die letzten 30 km fast bis ins Etappenziel in Landeck.

Morgen steht dann die zweite Königsetappe über den Reschenpass ins Winschgau an.

Bis morgen!